Bürgerinitiative Planungsstopp Frechen
für eine umwelt-und sozialverträgliche Stadtplanung

Ein Park für Frechen

 Eine Alternative zur bisherigen Planung

 Ausgangslage

Es gibt verschiedene Gründe, die Siedlungsplanung im Frechener Westen und insbesondere im neuen Stadtteil Grube Carl zu hinterfragen. Zum einen legt der Schulentwicklungsplan nahe, dass bei einem weiteren Siedlungsausbau die Grundschulfrage neu aufgerollt werden muss, zum anderen stößt die derzeitige Planung auf erhebliche Bedenken in der Bürgerschaft.

Bei der Vorstellung der Planung für die Baufelder 5 und 6 in einer Bürgerinformationsveranstaltung am 11. 06. 2014 wurde massive Kritik laut. Hauptargumente: Es werden die gleichen Fehler gemacht wie vor 10 Jahren (fehlende Infrastruktur, Schulfrage ungeklärt); die Verkehrsbelastung der Wohnstraßen ist heute schon grenzwertig und wird weiter zunehmen; ähnliches gilt für die Parkraumsituation. Ein weiterer Kritikpunkt ist die schlechte ÖPNV-Anbindung des Stadtteils.

Es steht die Befürchtung im Raum, dass das erhöhte Verkehrsaufkommen zu den neuen Baufeldern ausschließlich über die Straßen Zum Bellerhammer und Danziger Straße abgewickelt werden soll. In den Erläuterungen zum Flächennutzungsplan wurde zwar noch formuliert, man wolle die „Entwicklung eines dezentralen Verkehrsstraßennetzes, das nicht durch die Wohnbauflächen hindurchführt, sondern alle Wohnbauflächen vom Rande her erschließt, so dass Beeinträchtigungen der Wohnbauflächen durch Verkehrslärm und Abgase auf ein Minimum herabgesetzt werden und die Wohngebiete selbst nur vom Individualverkehr berührt werden, der in diesen Flächen Quelle und Ziel hat.“  Das aktuell gelebte Verkehrskonzept ist davon weit entfernt und negiert die Folgeprobleme.

Jamaika-Koalition will verlängerten Freiheitsring „vermeiden“

Fakt ist, es fehlt sowohl ein Gesamtverkehrskonzept für die Stadt Frechen, als auch ein Verkehrskonzept, das den innerörtlichen Verkehr im Stadtteil Grube Carl regelt. Die bisherige Planung auf Grube Carl ist so angelegt, dass der Autoverkehr die Wohnstraßen vermehrt belastet und der Bau des verlängerten Freiheitsringes ab einer gewissen Anzahl an Fahrzeugbewegungen zum Sachzwang wird. Der Bau des verlängerten Freiheitsringes ist aber politisch äußerst umstritten, und es ist zu vermuten, dass er vermehrt Durchgangsverkehr anziehen würde.

In ihrem Koalitionsvertrag kündigt die Jamaika-Koalition an, den B-Plan für die neuen Baugebiete erst nach Klärung der Infrastrukturfragen wie Schule und Verkehr beschließen zu wollen. Ebenfalls wurde angekündigt, den verlängerten Freiheitsring durch Verbesserungen im ÖPNV vermeiden zu wollen. Wie das bewerkstelligt werden soll, darüber schweigen sich die Koalitionäre aus. Keine klaren Vorgaben, kein schlüssiges Konzept, sondern nur wachsweiche Ankündigungen, die keine Linie erkennen lassen.

Fakt ist auch, dass der Schulentwicklungsplan zu dem Ergebnis kommt, dass der geplante 3,5 zügige Ausbau der Lindenschule für den voraussichtlichen Bevölkerungszuwachs auf Grube Carl nicht reichen wird. Somit muss auch die Versorgung mit ausreichend wohnortnahem Schulraum in die weiteren Planungen einfließen.

Und nicht zuletzt aus Gründen des Klimaschutzes und der Ökologie sollte über eine veränderte Planung der neuen Wohngebiete nachgedacht werden. Eine Städtebauliche Konzeptplanung aus dem Jahre 1997 kommt in dem Kapitel Freiraum- und Grünstruktur zu dem Ergebnis, dass „ für die Kaltluftbildung und den Kaltluftabfluss den Flächen im Hangbereich des Ville – Osthanges ein hoher Stellenwert zukommt.“

„Besondere Bedeutung für das Landschaftsbild und die Erholung haben die prägenden Gehölzbestände und das in Teilen ausgeprägte Relief. Umgebende Wälder, Halden, Rosmarpark und die nord-westlich anschließenden Freiräume haben wegen ihrer Unzerschnittenheit von Straßen und der deshalb fehlenden Lärmbelästigung bei gleichzeitiger hochwertiger Landschaftsausstattung einen hohen Wert für die Erholung und ggf. als Wohnumfeld.“

Der Erhalt der Grünzone im Bereich des Ville-Osthanges erscheint aus ökologischen und klimatischen Gesichtspunkten als besonders wichtig, denn er „trägt zur Belüftung der unterhalb liegenden, stärker von Luftschadstoffen belasteten Stadtteile bei.“ (vergl.: Städtebauliche Konzeption Frechen Benzelrath, Schaller Architekten BDA Köln 27.02.1997).

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